ASPIS kritisiert das unverhältnismäßige Vorgehen am historischen NS-Gedenkort Peršmanhof scharf und weist auf das hohe Risiko einer transgenerationalen Retraumatisierung hin.
Bad Eisenkappel/Klagenfurt
Mit großer Besorgnis hat das psychosoziale Zentrum ASPIS auf den jüngsten Polizeieinsatz im Rahmen eines antifaschistischen Jugendcamps am Peršmanhof reagiert. In einer gemeinsamen Stellungnahme warnen Vereinsgründer Univ.-Prof. Dr. Klaus Ottomeyer und Psychotherapeutin Mag.a Gitka Opetnik eindringlich vor den schwerwiegenden psychosozialen Folgen solcher Einsätze an historisch hochsensiblen Gedenkorten.
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Der Peršmanhof steht als Symbol für den Widerstand gegen den Nationalsozialismus und ist Gedenkstätte für das grausame Massaker an der Kärntner-slowenischen Familie Sadovnik im April 1945. Viele der Camp-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer sind Nachfahren von NS-Opfern und Widerstandskämpfern, die ohnehin eine schwere transgenerationale Last tragen.
„Das massive Auftreten von Exekutivkräften mit Diensthunden, Drohnen und Hubschraubern an einem Ort des Erinnerns hat bei vielen Betroffenen akute Angstzustände, Panikattacken und Weinkrämpfe ausgelöst“, erklären Ottomeyer und Opetnik. Solche Szenen reaktivieren unbewusste traumatische Erlebnisse der Familiengeschichte. ASPIS fordert daher einen sensibleren und historisch bewussten Umgang der Behörden mit Gedenkstätten, um Retraumatisierungen zu verhindern und die psychische Integrität von Nachkommen zu schützen. Die Aufarbeitung historischer Traumata darf nicht durch neue Angstbegegnungen gefährdet werden.